von Conrad Schwert
Linksnationalismus, linker Nationalismus, was soll das sein? Die aus der Wortkombination „links“ und „national“ resultierende Verwirrung vieler Leser steht als deutsche Sondersituation wahrscheinlich einmalig in Europa und der Welt. Wer in Deutschland von Nationalismus spricht, der assoziiert damit bei vielen heute lebenden Deutschen Krieg, Völkermord, nationale Überheblichkeit, Chauvinismus, Imperialismus, Faschismus und Rassismus.
Die nationale Frage wird als Themengebiet der „Rechten“ abgetan. Jegliche Thematisierung von „Volk“ , „Nation“ , „Heimat“ und „Vaterland“ gilt als Hort des Faschismus. Ein Missstand, der im politischen Denken, und gerade im Diskurs der deutschen Linken, nach der gescheiterten Revolution von 1848/49 langsam aber stetig Einzug gehalten hat, und seit der Erfahrung des Nazismus in den Köpfen der Deutschen wie eine Neurose verankert ist.